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LVZ, 27. Juni 2005
Pack' die Badewanne ein - 13. Régates de Baquet am Völkerschlachtdenkmal
Östrogenial auf dem Teich der Ehre
Alter Schwede! So schnell verwandeln sich also hart gesottene
Nordländer in orientierungslose Leichtmatrosen. Hilflos und
mehr oder minder manövrierunfähig lässt sich des
Wikingers Wanne von Wind und Wellen durch den Freudentränensee
im Schatten des Völkerschlachtdenkmals treiben - Navigation
Fehlanzeige. Nein, die Skandinavier-Combo vom Team "Ghostrider
feat. Ikea" kann dem martialischen Äußeren ihres
Drachenschiffs auf dem Teich der Ehre kaum Taten folgen lassen.
Zumindest nicht während des Hindernisrennens, der 1. Disziplin
der 13. Régates de Baquet. Fehlkonstruktion, wenig eingespielte
Mannschaft, mangelnde Kampfeslust?
"Er kann seine Seh-Achsen nicht mehr in meinen Augen zusammenführen",
liefert Paul Fröhlich die Erklärung, als das Drachenboot
endlich die schwimmende Bühne erreicht und der Kult-Moderator
einem der wackeren Kämpen ins Antlitz blickt.
Weniger feucht als fröhlich, in jedem Fall aber besser in Schuss
präsentieren sich die Galeeristen der Maria-König-Kapelle.
Mit kraftvollen Schlägen ihrer Elektroguitarrenimitatpaddel
wuchten sie ihre Wanne durchs seichte Wasser und kaufen den Nordländern
schließlich den Schneid ab. Auch "Mac Gyvers Rache",
für Neuseeland am Start, fühlt sich pudelwohl im nassen
Element. Das aufgeklappte Schweizer Taschenmesser, aus dem neben
den üblicherweise verdächtigen Tools auch ein überdimensionaler
Hammer und ein Schaumschläger hervorlugen, besticht durch ausgeprägte
Schwimmfähigkeit und einen leistungsstarken Schaufelrad-Antrieb.
Die Hommage an den alles könnenden Serienstar wirbelt derart
schwungvoll durch die Wellen, dass ein Stockentenweibchen vor lauter
Aufregung den gefiederten Partner verwechselt.
Den "Östrogenialen Schlickschabracken" ist's wurscht,
sie haben ohnehin alles, was an Männlichkeit erinnert, rechtzeitig
über Bord geworfen. Hinter dem Team Tapir sichern sich die
Matrosinnen beim Hindernisrennen einen Platz auf dem Podium. "Bei
uns ist es so gut gelaufen, weil wir ein reines Frauenboot sind",
sieht sich Nicole, eine der Nixen, nach dem Wettlauf in ihrer Strategie
bestätigt.
Beim abschließenden Wannenstechen fühlen sich die ernüchterten
Wikinger bei der Ehre gepackt und geben noch einmal alles: In einem
dramatischen Finale boxen die Schweden die italienische Kinder-Camorra
eiskalt aus dem Rennen. Sieg für Schweden!
(Sebastian Thomas)
BILD, 27. Juni 2005
13. Badewannenrennen
Die Klatschnasse Völkerschlacht
Leipzig- Das jährliche Badewannenrennen wurde gestern zu einer
waschechten Völkerschlacht auf dem Wasser!
25 Crews mit herrlichen bekloppten Namen wie „ De Brandkannen“
und Mac Gyvers Rache“ stachen vorm Völki in See, jedes
für eine Nation. „Die Östrogenialen Schlickschabracken“,
im Vorjahr noch Sieger, mussten diesmal mit dem Schönheitspreis
vorlieb nehmen. Der hätte den ansehnlichen Damen auch für
ihren Namen gebührt…
„tapir For EVER rest“ schnappte ihnen vor Tausenden
enthusiastischen Zuschauern den Regatta-Titel weg.
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