|
| 28. September 2007 |
Presseerklärung zur Gründung des Löffelfamilie e.V.
Am 28. September 2007 fand die Gründungsversammlung zur Schaffung des Vereins
Löffelfamilie statt. Als Gründungsmitglieder trafen sich Leipziger Bürger
und Unternehmen, denen die Löffelfamilie besonders am Herzen liegt, die
Neontechnik Leipzig, die Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost eG, der
naTo e.V., Herr Dr. Uwe Teichert, die Firma Gerüstbau Hülsenbeck, die Arbeitsbühnen
Koch GmbH, Frau Uta Koch sowie die Kanzlei HKL und Rechtsanwalt Alexander
Hohnert.
Damit haben sich Leipziger Bürger zusammengefunden, um die Löffelfamilie
dauerhaft zu erhalten und zu betreiben. In den Vorstand wählte die Gründungsversammlung
Rechtsanwalt Alexander Hohnert, Dr. Uwe Teichert, die Kunst- und Gewerbegenossenschaft
Feinkost eG sowie die Kanzlei HKL als Schatzmeister. Die Vorstände nehmen
in der nächsten Woche die Verhandlungen zum Erwerb des Denkmals auf.
Damit wird der Blick nach vorn gerichtet und dem gesamten Areal eine Perspektive
verliehen, die allen Anliegern am Standort und den Leipzigern zugute kommt.
Angenehmer Nebeneffekt: Die naTo kann sich nun wieder auf ihre eigentlichen
Aufgaben konzentrieren, die Feinkostgenossenschaft hat den Rücken frei zur
Betreibung des Geländes und der neue Verein lässt die Löffelfamilie leuchten.
| 26. Juli 2007 |
naTo e.V. sucht neuen Betreiber für die „Löffelfamilie“
Der naTo e.V. – seit dem 9. September 1999 Eigentümer des Kulturdenkmals
„Löffelfamilie“ in der Karl-Liebknecht-Straße – sieht sich nicht mehr in
der Lage, diese Leuchtstoffwerbeeinrichtung denkmalgerecht zu erhalten und
zu betreiben.
1996 haben sich die damaligen Protagonisten Moritzbastei, Mobiles Büro für
Erdangelegenheiten, Kunstkaufhaus, Honky Tonk, Paul Fröhlich und die naTo
mit der Gründung der IG Löffelfamilie der seit der Auflösung des VEB Feinkost
zunehmend verfallenen und fast vergessenen Löffelfamilie angenommen. Die
"Löffeltage" im November 1997 waren der Auftakt zu einer einzigartigen Rettungsaktion.
Mit zahlreichen Benefizveranstaltungen (Ausstellungen, Performances, Auktionen),
unzähligen Spenden vom ein- bis fünfstelligen DM-Bereich und einer Förderung
des Regierungspräsidiums Leipzig standen zu guter Letzt 108.000 DM zur Verfügung
– ein unglaublicher Erfolg!
Die Schwierigkeiten, die sich aus den Eigentumsverhältnissen ergaben, konnten
mit Unterstützung der TLG und der Montan WG aus dem Weg geräumt werden.
Die naTo erwarb 1999 das Denkmal zum symbolischen Preis von einer Deutschen
Mark, damit die Sanierung durchgeführt werden konnte.
Leider erweisen sich die laufenden Betriebskosten und die immer wieder anfallenden
Reparaturarbeiten als zu kostspielig für unseren Verein. Schon im Dezember
2001 waren erstmals alle "Löffelgroschen" aufgebraucht. Immer wieder sprangen
Leipziger Unternehmen ein und hielten die Leuchtstoffwerbung durch Spenden
am Leben. Doch auch dieser Strom versiegte. Seit Juni 2005 haben wir keine
Einnahmen für den Erhalt des Denkmals mehr verzeichnen können und im Oktober
2006 waren dann alle Reserven aufgebraucht.
Seitdem leuchtet die Löffelfamilie ausschließlich auf Kosten des naTo e.V.
Zusammen mit dem organisatorischen Aufwand, den uns die Betreibung abverlangt,
ist dies eine nicht mehr tragbare Bürde geworden. Darüber hinaus müssen
wir den beginnenden Verfall des Denkmals konstatieren und fürchten nun den
endgültigen Verlust dieses identitätsstiftenden Wahrzeichens für Leipzig.
Aufgrund der geschilderten prekären Situation suchen wir ab sofort einen
Nachfolger, der willens und in der Lage ist, die Löffelfamilie an ihrem
angestammten Ort als Kulturdenkmal zu erhalten und zu betreiben. Bis zum
Jahresende wollen wir die Löffelfamilie für den symbolischen Kaufpreis von
1 EUR abgeben.
Interessenten können sich in schriftlicher Form bei folgender Postadresse
um den Erwerb der Löffelfamilie bewerben:
naTo e.V.
Karl-Liebknecht-Str. 48
04275 Leipzig
z.Hd. Falk Elstermann
Aus unserer Sicht gibt es Personen und Einrichtungen in Leipzig, die sich
in besonderer Weise für dieses Engagement eignen: Die Kunst- und Gewerbegenossenschaft
Feinkost e.G. als der zukünftige Betreiber des Feinkostgeländes, die Grafiker
Jürgen Mau und Theo Hesselbarth – bzw. deren Rechtsnachfolger – als die
Schöpfer der Pläne der Leuchtwerbung und die Neontechnik Leipzig GmbH als
der Erbauer im Jahr 1973 und Restaurator im Jahr 1999. Deshalb wollen wir
diese drei Parteien im Rahmen der Verkaufsverhandlungen mit anderen Interessenten
bis zum 31. August 2007 bevorzugt behandeln.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen 126 Privatspendern
und Unternehmen bedanken, die durch Ihre finanziellen Beiträge die Reanimation
der Löffelfamilie überhaupt erst möglich gemacht haben. Seit den ersten
Löffeltagen im November 1997 bis zum Juni 2005 sind insgesamt 75.000 EUR
zusammengekommen. Wir danken dem Regierungspräsidium Leipzig, dem Referat
Denkmalpflege der Stadt Leipzig und der TLG für Ihre Unterstützung bei der
Umsetzung dieses außergewöhnlichen Vorhabens. Wir danken insbesondere den
Mitstreitern der ersten Stunde für Ihren Enthusiasmus und die tätige Hilfe.
Danke!
| 28. Juni 2007 |
Öffentliche Erklärung der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR
Was wird aus dem „Mehrwert“ der Feinkost?
Mehr als ein halbes Jahr ist vergangen seid unserer letzten Wortmeldung
in Sachen Feinkost. Alle Zeitungsmeldungen weisen darauf hin, dass die Gewerbegenossenschaft
das Gesamtgrundstück für den Freundschaftspreis von 150.000 Euro erwerben
kann. Der Erlös soll nach Aussagen verschiedener Mitglieder der Leipziger
Verwaltungsspitze via Kulturamt der Freien Kulturszene zukommen und für
Struktursicherung bzw. –entwicklung (also investive Maßnahmen) in diesem
Bereich eingesetzt werden.
Diese Herangehensweise findet unsere volle Unterstützung, denn auch wenn
unser Traum (vorerst) geplatzt ist, so haben wir doch das Gefühl, dass zumindest
ein kleiner Teil unsers Anliegens auf diesem Wege realisiert werden könnte.
Das Hauptziel, das wir mit dem Kulturzentrum auf der Feinkost erreichen
wollten war, mehreren Kulturvereinen eine gut funktionierende Basis und
vielfältige Möglichkeiten zur Interaktion zu geben. Die dabei erreichten
Synergieeffekte sollten natürlich der inhaltlichen Arbeit zufließen und
dadurch anspruchsvolle Kulturangebote nachhaltig absichern.
Wir meinen, dass diese Intention unbedingt mit dem Effekt der Arbeit unserer
Kulturstiftung – und sei es auch nur in Form des Verkaufserlöses in Höhe
von 150.000 EUR – verbunden bleiben sollte. Deshalb hoffen wir, dass sich
das in den letzten Wochen immer wieder auftauchende Gerücht, dass in Kreisen
der städtischen Kulturpolitik und –verwaltung über die Verwendung dieses
Geldes für die Projektförderung nachgedacht wird, als bloßes Gerücht wieder
in Luft auflösen wird.
Aus unserer Sicht kann langfristig nur die Hilfe zur Selbsthilfe Kulturinitiativen
und –zentren absichern. Investitionen zur funktionalen Verbesserung von
Veranstaltungsorten oder zur Erweiterung der Möglichkeiten für die Erwirtschaftung
von Eigenmitteln sind hierfür die zukunftsträchtigen Instrumente. Dadurch
werden auch für die weitere Zukunft die Grundlagen für kulturelle Projektarbeit
gelegt. Es wäre doch schade, wenn der Verkaufserlös der Feinkost in Form
einer einjährigen Projektförderung am Ende nur zur Kaschierung einer tatsächlichen
Mittelkürzung im Kulturetat der Freien Träger benutzt oder gar als Aufstockung
desselben ausgegeben werden würde.
| 8. Dezember 2006 |
Öffentliche Erklärung der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR
Das Ende eines Traums
oder: Leipzig, ein Novembermärchen
Im November 2003 begann mit der Gründung der IG Feinkost in der naTo
ein für Leipzig bisher einmaliger Prozess, in dessen Verlauf sich Leipziger
Bürger, Kulturschaffende und Gewerbetreibende zusammen schlossen, zu
Kraft und Stärke fanden, eine Idee entwickelten, Menschen begeisterten,
ihre Gemeinschaft aufgaben und nun vor den Trümmern ihrer einstigen
Vision stehen.
Nachdem der Entwicklungsplan der TLG für die Feinkost, der mehr als
2.500 qm Discounter vorsah und damit das gewachsene Gefüge der Südvorstadt
zu zerstören drohte, im Dezember 2003 gestoppt wurde, ging die IG Feinkost
daran, ihre eigene Vision für diesen Ort zu entwickeln. Es entstand
die Idee vom Kultur- und Gewerbehof Feinkost, die im Mai 2004 erstmals der
Öffentlichkeit präsentiert wurde, für die sich 13.000 Leipziger
mit ihrer Unterschrift aussprachen und die letztlich zu der Vereinbarung
zwischen Stadt Leipzig und TLG führte, der IG Feinkost die Chance zu
geben, ihr Konzept tatsächlich auch umzusetzen.
Es war November (2004) und es begann der Zerfall der IG Feinkost. So stark,
wie vor Jahresfrist der "gemeinsame Feind" zusammengeschweißt
hatte, so schnell fiel nach seinem Verschwinden das Bündnis wieder
auseinander. Die frohe Botschaft war kaum verkündet, da ging es an
das Zerteilen des Bärenfells. Es wurde nicht mehr miteinander gesprochen
sondern gegeneinander. Und der Ton wurde immer schärfer. Auch der Versuch,
die zerstrittenen Parteien über eine Mediation wieder zu vereinen,
scheiterte.
Es war November (2005) und die Stadt begann, die Ausschreibung des Geländes
vorzubereiten. Das Ziel war geblieben, der Weg allen unklar. Am Ende einer
langwierigen und kräftezehrenden Bewerbungsphase war das Urteil der
Jury ein salomonisches. Keine der beiden Parteien hatte die Auflagen der
Ausschreibung vollends erfüllt - aber die Idee sollte noch nicht sterben.
Also bekamen beide Seiten Hausaufgaben und eine allerletzte Frist von vier
Wochen, innerhalb derer sie sich zusammenraufen und eine grundsätzliche
Einigung über die gemeinsame Entwicklung des Kultur- und Gewerbehofes
hinbekommen sollten. Ansonsten drohen Räumung und Schließung
des Geländes.
Für das Konzept des Kulturzentrums schätzte die Jury ein, dass
es im Flächenansatz zu groß sei und die Baukosten in der errechneten
Höhe unfinanzierbar erschienen. Beides sei drastisch zu senken. In
diesem Zusammenhang sei zu prüfen, ob die Unterbringung aller vier
Vereine den Rahmen sprenge und die notwendige Verkleinerung durch das Ausscheiden
eines oder zweier Vereine zu erreichen sei. Wir machten uns an die Arbeit
und schafften eine Flächenreduktion um 25% sowie eine Kostensenkung
um 30%. Mit allen vier Vereinen. Mit diesem Zwischenergebnis gingen wir
in die Verhandlungen mit der Genossenschaft.
Der November (2006) ist vergangen und nach erneut gescheiterten Verhandlungen
ist es für uns an der Zeit, das Resümee zu ziehen: Wenn
- die nachweislichen Synergieeffekte innerhalb eines gemeinsamen Kulturzentrums
von vier Vereinen nicht
- überzeugen,
- die Aussicht auf ein Zentrum für Freie Kultur, das anstrebt, sich
langfristig in wesentlichen Teilen von Fördermitteln
- der Stadt zu emanzipieren, kein Interesse
weckt,
- die übergreifende inhaltliche Arbeit der in verschiedenen Sparten
beheimateten Vereine, die zu neuen,
- unerwarteten Projekten führen kann,
nicht neugierig macht,
- der positive Nebeneffekt für das Theater der jungen Welt, die dringend
benötigten zusätzlichen Arbeitsräume nach
- dem Auszug des LOFFT im eigenen Theaterhaus
finden und nutzen zu können, nicht mobilisiert,
- die Tatsache, dass gerade der Verbund von vier gestandenen, erfolgreichen
Kulturvereinen das immer wichtiger
- werdende Engagement von Sponsoren und Förderern
bündelt, nicht zum Verstehen unserer Intentionen beiträgt,
dann ist solch ein Unterfangen derzeit nicht realisierbar. Vielleicht ist
die vorgeschlagene Lösung zu komplex, vielleicht sind Not und Handlungsdruck
der Kulturszene noch nicht präsent genug, um Lösungen zu
unterstützen, die über den Pragmatismus des Tagesgeschäfts
hinausweisen.
Wenn darüber hinaus
- das Eigentum an über zwei Dritteln der Gesamtflächen auf dem
Feinkosthof - also in bester, citynaher
- Geschäftslage - nicht ausreichen soll,
ein florierendes Gewerbezentrum entstehen zu lassen,
- die Tatsache, dass der Erwerb der gesamten Flächen lediglich einen
Euro kostet und die Stadt darüber
- hinaus noch finanzielle Hilfe für die
Sanierung der Gewerbebauten anbietet, die Genossenschaft nicht zur
- Akzeptanz unseres Konzeptes bewegen kann,
- mit allen Vorschlägen der Genossenschaft für die Unterbringung
des Kulturzentrums die Zerschlagung der Stiftung
- und die räumliche Isolierung des Kulturbetriebes
vom Feinkosthof verbunden ist,
- letzten Endes die Genossenschaft sogar ihren eigenen Vorschlag, den wir
trotz erheblicher Nachteile für das
- Kulturzentrum ohne jeglichen Vorbehalt im
Interesse einer Einigung am 1.12.2006 angenommen haben, ablehnt,
dann kann das nur einen Grund haben: Wir sind dort - entgegen aller früheren
Lippenbekenntnisse - schon lange nicht mehr gewollt.
Die Kulturvereine sind spätestens seit dem Zerfall der IG Feinkost
als Eindringlinge begriffen, jedenfalls meistens als solche behandelt worden.
Eine wirkliche Einigung zum beiderseitigen Vorteil und eine gedeihliche
Zusammenarbeit im Dienste einer gemeinsamen Idee waren offensichtlich nicht
angestrebt. Es ging in den Gesprächen nie um das Aufspüren der
Chancen, die in einem gemeinsamen Projekt stecken, es ging nie um das Verstehen
des anderen, das Denken in dessen Rahmenbedingungen und Zwängen, es
ging nie um gegenseitige Ergänzung. Wir waren nie gemeint.
In den letzten Verhandlungsrunden haben wir selbst mehrere Lösungsvorschläge
unterbreitet, einem Schlichtungsvorschlag der Stadt und letztlich dem Teilungsvorschlag
der Genossenschaft zugestimmt. Wir haben uns verbogen soweit es ging und
engste Raumlösungen sowie eine erneute Kostensteigerung akzeptiert.
Die Amputation eines oder zweier Vereine kommt für uns nicht in Frage,
kann nicht in Frage kommen, weil damit Sinn und Funktionieren unseres Projektes
grundsätzlich in Frage gestellt würden. Dies sowohl im inhaltlichen
Anspruch als auch betriebswirtschaftlich.
Für eine Einigung zwischen zwei Parteien werden nun einmal beide gebraucht.
Wenn - wie im Fall der Feinkost geschehen - eine Fraktion permanent die
Einigung hintertreibt, dann ist auch trotz intensivster Bemühungen
der anderen kein gemeinsamer Weg möglich. Wir können das ebenso
wie die Stadt Leipzig nur mit äußerstem Bedauern konstatieren
und sind gespannt, welche "bessere Lösung" die Genossenschaft
für das Areal vorbereitet hat.
Auch wenn sich das von uns erhoffte Ergebnis nicht eingestellt hat, möchten
wir an dieser Stelle noch einmal allen, die uns in den letzten Jahren auf
unserem schwierigen Weg begleitet haben, herzlich Dank sagen. Ohne das Vertrauen
und die aktive Hilfe tausender Leipziger Bürger, der Stadtverwaltung
und vieler Politiker bis hinauf zum Bundestag wären wir sicher schon
vor drei Jahren an der ersten Hürde gescheitert. Danke, dass Sie alle
uns so weit getragen haben. Wir hoffen, dass Sie auch im Moment dieser schweren
Entscheidung den Glauben an uns nicht verlieren.
Wir haben es nicht geschafft, mit dem Feinkosthof unser Versprechen von
2004 einzulösen, aber wir sind nach wie vor fest von der Richtigkeit
unseres Weges überzeugt, denn uns sind - anders als es jetzt erscheinen
mag - nicht nur Enttäuschungen widerfahren.
Neben den vielen unangenehmen Erfahrungen der vergangenen Monate konnten
wir vor allem eine machen, die uns Hoffnung für die Zukunft gibt: Der
Zusammenschluss von sehr unterschiedlichen Kulturvereinen - sowohl in der
künstlerischen Ausrichtung als auch in der Arbeitsweise - ist möglich.
Was dabei heraus kommt, ist ein kulturelles Konzept, in dem sich Differenzen
optimal ergänzen, in dem Synergien die schwierigen Rahmenbedingungen
anspruchsvoller Kulturarbeit ausgleichen, in dem Visionen entstehen und
die Arbeit Spaß macht. Und wir haben erlebt, dass wir unterschiedlichste
Menschen für unsere Ideen begeistern können; vom Künstler
bis zum Kunstinteressenten, vom Kunstförderer und Sponsor bis hin zum
Leipziger, dem an einer lebendigen und kulturvollen Heimatstadt gelegen
ist.
Aus dieser Sympathie und aus diesem Interesse beziehen wir unsere Kraft
und die Überzeugung, dass das Kulturzentrum unserer Stiftung einmal
Realität werden wird. In diesem Zentrum werden Cinémathèque,
Leipziger Tanztheater, LOFFT und naTo eine Kultur anbieten, die nicht vordergründig
auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet sein muss, um existieren zu können.
Wir werden gemeinsam Kulturprojekte kreieren, die kontinuierlich über
die Stadtgrenzen hinaus Beachtung finden. Wir werden einen Ort für
die Leipziger schaffen, an dem sie sich täglich kulturvoll einmischen
können, einen Ort, an dem Kultur entsteht und dieser Entstehungsprozess
selbst zu Kultur wird.
Dafür lohnt es sich, gemeinsam weiter zu machen.
| 5. Dezember 2006 |
Feinkost-News
Ergänzungen zu unserer Pressemitteilung vom gestrigen 4. Dezember
Liebe Freunde der Feinkost,
wie schon in den letzten Wochen praktiziert leiten wir statt unseres Newsletters
wiederum unsere letzte Pressemitteilung an Euch/Sie weiter.
Unsere Grundaussage darin ist, dass wir den von der Genossenschaft eingebrachten
Vorschlag zur Grundstücksteilung annehmen. Dazu müssen wir wahrscheinlich
die beiden naheliegendsten Fragen vorab eindeutig beantworten:
- Ja, wir nehmen einen Vorschlag an, den wir noch vor 3 Wochen, am 15.
November bei der Besprechung im
- Stadtplanungsamt, abgelehnt haben.
- Nein, wir spielen nicht auf Zeit, oder verlassen hektisch unsere Linie,
oder verlieren unser Ziel aus den Augen -
- auch wenn unsere "Kehrtwendung"
auf den ersten Blick so aussehen könnte.
Denn, es gibt gewichtige Gründe, warum wir jetzt etwas annehmen, was
uns vor kurzem noch unannehmbar erschien:
- Am 15. November lag ein wesentlich besserer Vorschlag auf dem Tisch.
Der Schlichtungsvorschlag der Stadt, der
- für das Kulturzentrum den Gildesaal
und den Nordwestflügel (Kreuzgewölbe) vorsah - und FÜR DEN
haben wir uns
- entschieden (siehe unsere letzten Feinkost-News
vom 17.11.).
- Nach dessen Ablehnung durch die Genossenschaft zog die Stadt ihren Vorschlag
leider wieder zurück, so dass
- das Gesamtprojekt wiederum vor dem Aus stand.
- Bei der Besprechung am 21. November mit dem Bau- und dem Kulturdezernenten
wurde der Handlungsdruck
- unmissverständlich klar.
Das war der Hintergrund, vor dem wir letzten Freitag, dem 1. Dezember,
das Gespräch mit Dr. Girardet und anschließend mit den Vorständen
aller beteiligten Kulturvereine führten. Es war 5 nach 12 und uns war
klar, dass wir einer Lösung zustimmen müssen, die mit merklichen
Nachteilen für das Kulturzentrum verbunden sein wird, wenn wir den
Kultur- und Gewerbehof noch retten wollen. Deshalb haben wir noch einmal
alle verhandelten (und abgelehnten) Varianten auf den Tisch gelegt und geprüft.
Letztendlich haben wir uns für einen Vorschlag der Genossenschaft
entschieden, weil nach unserer Einschätzung nur dieses Vorgehen zu
einer schnellen Einigung führen kann. Dies, obwohl er mit den ermittelten
Nachteilen gegenüber dem Schlichtungsvorschlag der Stadt verbunden
ist:
- Er wird in der letzten Ausbaustufe 0,5 - 0,75 Mio teurer als der Schlichtungsvorschlag
der Stadt.
- Wir bekommen nicht alle Nutzungen im eigenen Gebäude unter (2 Probensäle
müssen zusätzlich angemietet
- werden).
- Es wird ein nahezu kompletter Neubau. Das wollten wir nie. Eine Sanierung
und behutsame Ergänzung der
- Altbausubstanz wäre uns für das
Zentrum Freier Kultur wesentlich lieber gewesen.
- Der Kulturbau ist praktisch komplett vom Hof abgekoppelt (zumal die Genossenschaft
vorhat, an der westlichen
- Brandwand noch zusätzliche Gewerbeeinheiten
zu errichten). Damit wird die Grundidee vom integrierten Kultur-
- und Gewerbehof leider nicht in dem von uns
angestrebten Maße umgesetzt werden können.
Trotzdem sind auch in dieser Variante lebenswichtige Grundlagen für
eine nachhaltige Betreibung des Kulturzentrums realisierbar:
- Die Errichtung ist zeitlich gestaffelt möglich, womit die Finanzierbarkeit
verbessert wird.
- Der Verbund mehrerer Kulturvereine bleibt möglich, wodurch interne
Synergieen die Wirtschaftlichkeit des
- Zentrums erhöhen.
- Der Verbund mehrerer Kulturvereine ermöglicht spartenübergreifende
neue Kunstprojekte, die die Strahlkraft des
- Zentrums erhöhen.
- Dessen starke inhaltliche Kraft wird die Aufmerksamkeit von Sponsoren
und Förderern auf unser Zentrum lenken,
- was sowohl für die Finanzierung des
Baus als auch für den Betrieb unabdingbar ist.
- Die bisher vertraglich gebundenen Sponsoringmittel von mehr als 250 T€
können für die Konzipierung und den
- Aufbau des Zentrums der Kulturstiftung verwendet
werden.
Klar war: Wenn wir nicht einlenken, scheitert das gesamte Projekt - so
erleidet es lediglich Einbußen.
Aber: Wir sind überzeugt, dass wir in den nächsten Monaten gute
Lösungen für das Zentrum finden werden. Und: Wir sind der Hoffnung,
dass sich - nachdem sich die Wellen der Auseinandersetzungen gelegt haben
- auch ein gutnachbarliches und sogar ein partnerschaftliches Verhältnis
zwischen Gewerbegenossenschaft und Kulturstiftung entwickeln kann.
Jedenfalls ist nun der Grundstein für eine schnelle Weiterentwicklung
des Gesamtprojekts und die zeitnahe Umsetzung der dringendsten Sanierungsmaßnahmen
gelegt.
| 4. Dezember 2006 |
Pressemitteilung
Kulturstiftung nimmt Vorschlag der Genossenschaft zur Grundstücksteilung an
Aufgrund der festgefahrenen Verhandlungssituation zwischen den Projektbeteiligten
des Kultur- und Gewerbehofes Feinkost, der Gewerbegenossenschaft e.G. und
der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR, stand das gesamte Projekt unmittelbar vor dem Scheitern. Im Falle einer
Nichteinigung der Parteien verbliebe das Grundstück bei der Eigentümerin,
der TLG Immobilien GmbH, die es umgehend räumen und anschließend vermarkten
würde.
Vor diesem Hintergrund regte die Kulturstiftung ein Gespräch mit dem Beigeordneten
für Kultur, Herrn Dr. Girardet an, bei dem eine Lösung des Problems gefunden
werden sollte, auch wenn diese mit Nachteilen für die Kulturseite verbunden
sein sollte.
Bei dem Gespräch im Kulturdezernat am vergangenen Freitag wurde von der
Voraussetzung ausgegangen, dass kein vollkommen neuer Vorschlag unterbreitet
werden kann. Als zielführend wurde eingeschätzt, auf einen konsensfähigen
Vorschlag aus den letzten Verhandlungsrunden, die im Beisein der städtischen
Vertreter stattgefunden haben, zurückzugreifen. Es war also zu prüfen, ob
die Kulturstiftung einem Vorschlag der Genossenschaft zustimmen kann.
Nach eingehender Beratung wurde der Teilungsvorschlag der Genossenschaft
vom 17.11.06 aufgegriffen, der auch Bestandteil ihrer öffentlichen Erklärung
gleichen Datums ist. Da dieser Vorschlag trotz einiger Nachteile gegenüber
dem Schlichtungsvorschlag der Stadt vom 15.11.2006 das von der Kulturstiftung
benötigte Entwicklungspotential enthält, stimmt sie diesem zu (siehe Zeichnungen).
Diese Entscheidung wurde noch am selben Tag durch die Vorstände der in der
Kulturstiftung verbundenen Vereine bestätigt und dem verantwortlichen Mitarbeiter
der Stadtverwaltung, Herrn Wölpert vom Stadtplanungsamt mitgeteilt.
Teilungslinie

Zeichnung der Genossenschaft

| 24. November 2006 |
Pressemitteilung
Kulturstiftung stimmt dem von der Stadt vorgeschlagenen Gutachterverfahren zu
In der Schlichtungsrunde vom 21.11.2006 mit Vertretern der Stadt Leipzig,
der Gewerbegenossenschaft e.G. und der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR wurde durch die Stadt ein Gutachterverfahren angeregt. In dessen Verlauf
soll ein unabhängiges Planungsbüro von der Stadt Leipzig mit der
Prüfung der Möglichkeiten zur Unterbringung beider Parteien auf
der Grundlage der von diesen eingebrachten Raumpläne und Logistikanforderungen
beauftragt werden. Die dabei entstehenden Lösungsansätze sollen
die Grundlage für die angestrebte Einigung zwischen den Parteien bilden.
Die Kulturstiftung stimmt diesem Vorschlag zu. In ihrem heutigen Schreiben
an den stellvertretenden Leiter des Stadtplanungsamtes, Herrn Wölpert,
führt sie aus, dass sie Wert darauf legt, "dass der Prüfauftrag
sinngemäß folgendermaßen formuliert wird: Alle 4 Kulturvereine
sollen untergebracht werden. Wenn sich dies als räumlich und für
die Genossenschaft ökonomisch objektiv nicht realisierbar herausstellen
sollte, dann kann eine Lösung mit weniger Vereinen angestrebt werden.
Wir sind nach wie vor überzeugt, dass der wirtschaftliche Betrieb
eines Kulturzentrums mit nur 2 Betreibervereinen nicht darstellbar ist.
Das bezieht sich auf die Auslastung, respektive Bewirtschaftung, der zu
schaffenden Räumlichkeiten ebenso, wie auf die Errichtung des Baus
selbst - sie wird im Verhältnis zur Nutzung teurer. Beides wird weniger
Unterstützung erfahren. Wir haben - wie bekannt - privatwirtschaftlich
bereits Unterstützung von über 250 TEUR vertraglich binden können.
Dieses Sponsoring ist jedoch verbunden mit dem Auftrag, ein Kulturzentrum
mit der gebündelten Qualität aller 4 Vereine zu errichten. Darauf
müssten wir bei kleineren Varianten verzichten. Der Erfolg weiterer
Fundraisingbemühungen wird mit kleiner werdendem Verbund natürlich
immer fraglicher. Die durch die Jury festgestellten und von uns bereits
vorab signalisierten Finanzierungsprobleme eines Kulturbaus würden
größer.
In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals daran erinnern, dass wir
die Kritik der Jury an unserer Bewerbung aufgenommen und in einem überarbeiteten
Konzept den Flächenansatz um 25% sowie die Baukosten um 30% gesenkt
haben. Mit allen 4 Vereinen. Da sich diese Variante in den Verhandlungen
als nicht konsensfähig erwies, haben wir letztlich einem Schlichtungsvorschlag
der Stadt zugestimmt, der die Umsetzung unseres Konzepts trotz einer nochmaligen
Flächeneinschränkung ermöglicht und das betriebswirtschaftliche
Herzstück der Genossenschaft, den Indoormarkt, optimal integriert."
Weiterhin schreibt sie, dass sie möchte, "dass nicht nur die
räumlichen Bedingungen eines Kulturzentrums, sondern auch die wirtschaftlichen
Grundlagen für dessen Bau und Betrieb Beachtung finden. Sollte es zu
einer kleineren Variante kommen müssen, so gehen wir davon aus, dass
wir uns auf die Partnerschaft der Stadt Leipzig bei der Lösung der
sich daraus ergebenden Probleme verlassen können."
| 16. November 2006 |
Pressemitteilung
Kulturstiftung stimmt Schlichtungsvorschlag der Stadt zu
Nachdem wir in unserem gestrigen Pressegespräch das Stagnieren der Verhandlungen
zwischen KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR und der Gewerbegenossenschaft konstatieren mussten, gibt es schon heute
neue Hoffnung für den Kultur- und Gewerbehof.
.
Im Laufe der Besprechung im Stadtplanungsamt brachte der stellvertretende
Amtsleiter, Herr Wölpert, einen Schlichtungsvorschlag ein, den beide
Parteien zur Prüfung mitnahmen (während unseres Pressegespräches
gestern schon kurz skizziert).
Grundsätzlich orientiert sich dieser am Ursprungskonzept der IG Feinkost
vom Mai 2004, bei dem der große Veranstaltungssaal des Kulturzentrums
im Gildesaal vorgesehen war. Hinzu kommen der Nordwestflügel und Ergänzungsbauten
im Winkel dieser beiden Gebäude sowie vor dem Giebel des Gildesaales
(siehe Zeichnung am Ende dieses Textes). Durch die Erweiterung des ursprünglichen
Ansatzes um den vorgeschlagenen Anbau vor der Löffelfamilie wird es
möglich, alle vier Kulturvereine zu berücksichtigen und damit
den nachhaltigen Betrieb des Kulturzentrums abzusichern.
Das betriebswirtschaftliche Kernstück für die Genossenschaft,
der Indoormarkt, würde an der Karl Liebknecht Str. angesiedelt und
könnte in der Grundfläche sogar noch wachsen. Durch die vorgeschlagene
Leichtbauweise des Indoormarktes halten sich auch die Baukosten in Grenzen,
so dass sich aus unserer Sicht kein betriebswirtschaftlicher Nachteil für
die Genossenschaft ergibt. Zusätzlich bleibt die Einrichtung kleinerer
Ladeneinheiten im Arkadenanbau möglich.
Damit ergibt sich eine Aufteilung der Bestandsflächen in ca. 6.000
qm Gewerbefläche (z.Z. ca. 1.600 qm in Nutzung) und ca. 3.000 qm für
das Kulturzentrum.
Nach ersten Prüfungen freuen wir uns, mitteilen zu können, dass
die Kulturstiftung den Schlichtungsvorschlag der Stadt annehmen kann. Die
Kosten dieser Variante für das Kulturzentrum schätzen wir auf
4,8 Mio., womit eine wesentliche Aufgabenstellung erfüllt ist und die
Gesamtinvestition für die Kulturstiftung gesenkt wird. Die Kostensteigerung
um ca. 0,5 Mio gegenüber unserem eigenen Lösungsvorschlag (siehe
PM vom 10.11.2006) erscheint uns im Interesse einer Einigung mit der Genossenschaft
und damit einer Zukunft für den Kultur- und Gewerbehof Feinkost als
vertretbar.

| 10. November 2006 |
Pressemitteilung
Einigung bei Feinkostverhandlungen möglich
Die Verhandlungen zwischen Gewerbegenossenschaft und KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR haben erste, weit reichende Ergebnisse gebracht.
Wie die Verhandlungsführer der Stiftung, Martin Heering und Lutz Werner
mitteilen, konnte bereits grundsätzlich Einigkeit darüber erzielt
werden, dass eine Realteilung des Grundstückes vorgenommen werden soll.
Die Parteien haben damit die Voraussetzungen für den Einsatz von Fördermitteln
bei der Entwicklung der Feinkost geschaffen.
Die Genossenschaft, die in den Verhandlungen durch die Vorstände Ronald
Scherzer-Heidenberger und Katrin Roschig vertreten wird, hat vorgeschlagen,
wesentliche Teile des Kulturzentrums im Gebäuderiegel an der Karl-Liebknecht-Straße
unterzubringen. Dadurch könnte weitestgehend auf Eingriffe in die denkmalgeschützte
Substanz verzichtet werden. Das wertvolle Kreuzgewölbe im Westflügel
und der Computerladen Absturz könnten im Bestand verbleiben.
Nicht gewährleistet ist in diesem Ansatz die Unterbringung des großen
Konzert- und Theatersaales. Hierfür eignet sich einzig der Gildesaal,
der als historischer Veranstaltungssaal der ehemaligen Brauerei optimal
den Anforderungen entspricht. Mit diesem und einer Ergänzung der Bauten
an der Stirnseite des Hofes ergäben sich die für die Stiftung
notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten. Aktuelle Aufgabe der Genossenschaft
ist es, die Wirtschaftlichkeit einer Verortung des gewünschten Indoormarkets
im Südflügel zu prüfen, so wie dies schon im Gewerbekonzept
aus dem Jahr 2004 vorgesehen war.
Kommen die Parteien auf der dargestellten Grundlage zu einer Einigung, ist
der Kultur- und Gewerbehof mit einem zukunftsfähigen Kulturzentrum
möglich. Die vier Vereine der Stiftung könnten auf einer rund
25% kleineren Flächen als bisher gedacht untergebracht werden. Die
Kosten würden sogar um rund 30% sinken. Die Grundforderung des Juryurteils
wäre somit erfüllt.
Wir hoffen, dass sich die bisher gezeigte Flexibilität auch bis zum
Ende der Verhandlungen erhält, die am kommenden Dienstag fortgesetzt
werden sollen. Dann ist die Feinkost machbar.
Unser Vorschlag im Überblick
- Entspricht kulturpolitischer Aufgabenstellung, eine Zukunft für alle
vier Vereine der Stiftung auf dem
- Feinkostgelände abzusichern
- Setzt Anforderungen der Juryentscheidung um; Flächenansatz um 25% reduziert;
Kosten um 30% gesenkt;
- Entwicklung in
Ausbaustufen möglich.
- Erreichbarkeit fast aller Kulturräume über eine zentrale Drehscheibe
gewährleistet
- Großer Multifunktionssaal im bisher ungenutzten Gildesaal untergebracht,
dessen Kubatur optimal dieser
- Anforderung entspricht
- Tanzstudios, kleiner Saal und Kinoräume an der Karl-Liebknecht-Straße

Rote Flächen: Gewerbe ______Grüne
Flächen: Kultur __
______Zeichnung:
AKZENTE Architektur
Gelöste Probleme/Vorteile
- Flächenzuwachs für Gewerbenutzung (Genossenschaft) auf ca. 6.000
qm
- Kreuzgewölbe im Westflügel denkmalgerecht erhalten und als Partyraum
der Genossenschaft nutzbar
- Computerladen "Absturz" verbleibt am angestammten Ort
- Keine Nutzungsbeschränkungen der Partner (z.B. Gastronomie)
Diese räumliche Lösung garantiert die optimale Integration von
Gewerbe und Kultur auf einem gemeinsamen Hof. Die Feinkost wird von ihren
Besuchern als die gewünschte Einheit des Kultur- und Gewerbehofes wahrgenommen.
| 27. Oktober 2006 |
Pressemitteilung
Wir bitten um Ruhe für die Gespräche zur Zukunft
der Feinkost
Die Entscheidung der Jury vom 19.10.2006, der Gewerbegenossenschaft
und der KULTURSTIFTUNGFEINKOST eine letzte Frist für die Findung einer
für beide Seiten tragfähigen Einigung zur Entwicklung des Kultur-
und Gewerbehofes Feinkost einzuräumen, stellt unseres Erachtens ein
klares Bekenntnis zu diesem wichtigen Projekt dar. Außergewöhnlich
finden wir die Bereitschaft von TLG und Stadt Leipzig, den nun folgenden
Prozess aktiv begleiten zu wollen. Ein Angebot, für das wir uns herzlich
bedanken und das wir - über die bisher gelaufenen Gespräche hinaus
- gern auch weiterhin in Anspruch nehmen möchten.
Die Einschätzungen der Jury stellen beide Projekte - das der Gewerbegenossenschaft
und das der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
- in wesentlichen Punkten auf den Prüfstand
und zwingen uns zu einer neuen Betrachtung beider Vorhaben. Deshalb ist
es unseres Erachtens aktuell sehr wichtig, in Ruhe Handlungsoptionen und
mögliche Lösungsmodelle zu erarbeiten und diese zwischen den Verhandlungspartnern
zu kommunizieren. Hierzu führen wir seit einigen Tagen intensive Gespräche
innerhalb der Gremien der beteiligten Kulturvereine und der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
.
Am Mittwoch, dem 1. November findet die erste Zusammenkunft von Gewerbegenossenschaft
und KULTURSTIFTUNGFEINKOST
nach Beendigung der Ausschreibungsphase statt. Im Interesse einer unaufgeregten
und ergebnisorientierten Arbeit haben wir uns entschlossen, uns bis auf
weiteres nicht öffentlich zum Stand der Verhandlungen zu äußern.
Sollte es im Verlauf besonders wichtige Informationen für die Öffentlichkeit
geben, so werden wir darüber gemeinsam mit der Genossenschaft selbstverständlich
umgehend informieren.
| 20. Oktober 2006 |
Pressemitteilung
Die Jury hat entschieden - wie geht´s weiter?
Wir bedauern sehr, dass keines der eingereichten Konzepte die Zielsetzung
der Ausschreibung in Gänze erfüllen konnte. Damit bleibt die Frage,
wie der Kultur- und Gewerbehof Feinkost aussehen wird und ob er überhaupt
je Wirklichkeit werden kann, weiterhin unbeantwortet. Auch bedauern wir
die Ablehnung des Konzeptes der Terra Development GmbH, mit dem immerhin
die rasche Sanierung des Areals innerhalb von zwei Jahren abgesichert gewesen
wäre.
Für uns gilt es jetzt, nach vorn zu schauen und die letzte Chance
für den Kultur- und Gewerbehof zu nutzen. Unsere Gesprächsbereitschaft
haben wir in den letzten Wochen immer wieder betont. Wir sind überzeugt,
dass das nun aufgestellte Ultimatum bei rechtzeitiger Kommunikation hätte
vermieden werden können.
Als wichtige Voraussetzung für gleichberechtigte Gespräche sehen
wir die Tatsache an, dass das Kulturzentrum, bei Nennung konkreter Einrichtungen,
die einschließlich dazugehöriger Gastronomie zu integrieren sind,
als wesentlicher Baustein des Projekts gesetzt bleibt.
Die Anregung, die Einbeziehung von LOFFT und LTT zu überdenken, möchten
wir als erstes mit den verantwortlichen Personen in Stadtverwaltung und
Politik diskutieren. Für das Feinkostprojekt haben sich vier erfolgreiche
Kulturvereine in einer für Leipzig bisher einmaligen Aktion zu einer
Stiftung zusammengeschlossen, um freie Kulturarbeit trotz der schwierigen
Rahmenbedingungen langfristig und eigenverantwortlich abzusichern. Wir sehen
dies nach wie vor als ein innovatives Pilotprojekt an, das als ein Lösungsmodell
für die Leipziger Kulturlandschaft zum Erfolg geführt werden sollte.
Wir hoffen sehr, dass es gelingen wird, innerhalb der gesetzten Frist von
4 Wochen zu einer Einigung zu gelangen, die sowohl der Genossenschaft ermöglicht,
die kleingewerbliche Nutzung des Hofes durch Läden und Handwerksbetriebe
nachhaltig zu sichern, als auch uns die Chance eröffnet, den Ort durch
kulturelle und gastronomische Angebote zu bereichern und für die Stadt
und weit darüber hinaus attraktiv zu gestalten.
| 13. Oktober 2006 |
Gemeinsam schaffen wir das!
Eine wesentliche Aufgabenstellung unserer bisherigen Projektentwicklung
war, die Richtlinien des Förderprogramms "Stadtumbau Ost"
zu integrieren. Damit wird die Absicherung von 2/3 der Baukosten über
diesen Weg möglich. Bleibt der Eigenanteil von 1/3, für dessen
Darstellung wir privates Kapital in erheblichem Maße mobilisieren
wollen.
Mittlerweile können wir erste Belege für die Erfolgsaussichten
dieses Vorhabens vorweisen. Wir haben im Sommer Spendenzusagen von Privatpersonen
aus dem Umfeld der Vereine im Höhe von 40.000 € gesammelt. Ein
weiterer wichtiger Schritt gelang uns mit dem Abschluss eines Kooperationsvertrages
mit einem in Leipzig angesiedelten Großunternehmen, der dem Feinkost-Kulturzentrum
ein Sponsoring von 250.000 € zusichert.
Die Tatsache, dass dieses Engagement ohne gezielte Fundraisingbemühungen
unsererseits - allein durch die Vorstellung und Diskussion unseres Feinkostkonzeptes
- zustande kam, bestärkt uns in der Zuversicht, das Ziel des vollständigen
Eigenmittelersatzes in Form eines PPP-Projektes erreichen zu können.
| 12. Oktober 2006 |
Pressemitteilung
KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR stellt ihr Konzept der Öffentlichkeit vor
Am kommenden Montag, dem 16. Oktober 2006 um 17:00 Uhr wird die KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR in der naTo (Karl-Liebknecht-Straße 46) ihr Entwicklungs- und
Betreibungskonzept für das Kulturzentrum auf dem Feinkostgelände
öffentlich vorstellen.
Durch seine ganz besondere Mischung aus Handwerk, Geschäften, Kneipen,
Arbeiten und Wohnen, Leben und Lernen, verbunden mit den vielfältigen
Partizipationsmöglichkeiten für Künstler und kulturinteressierte
Bürger, soll sich der Kultur- und Gewerbehof Feinkost innerhalb weniger
Jahre zu einem spannenden, erschwinglichen und fruchtbaren Stadtteilzentrum
entwickeln, das wesentliche Impulse im Stadtteil setzt und seine Wirkung
weit über Leipzig hinaus entfaltet.
Auf dem Hof soll ein Zentrum für Freie Kultur entstehen, das mehrere
Veranstaltungs- und Kinosäle, eine Vielzahl von Proben- und Arbeitsräumen
sowie verschiedene gastronomische Einrichtungen vereint. Das kulturelle
Angebot wird mit Theater, Tanz, Musik, Literatur, Film und soziokultureller
Arbeit ein breites Spektrum freier Kunstproduktion und -präsentation
umfassen. Genreübergreifende Koproduktionen, umfangreiche Arbeitsmöglichkeiten
für freie Künstler und Kulturinitiativen sollen die Angebote des
Kulturzentrums vervollständigen und zur Anziehungskraft des Hofes beitragen.
Die Leipziger Kulturvereine Cinémathèque Leipzig, Tanztheater
Leipzig, LOFFT und naTo haben sich zusammengeschlossen, um unter dem Dach
einer gemeinsamen Stiftung dieses Projekt voranzutreiben. Nach einer kurzen
Präsentation der wesentlichen Inhalte und Zielstellungen ihres Konzeptes
möchten sich die Protagonisten den Fragen und Anregungen des Auditoriums
stellen.
| 14. Juli 2006 |
Pressemitteilung
KULTURSTIFTUNGFEINKOST
GbR bewirbt sich um Feinkostgelände
Fristgemäß, heute um 12:00 Uhr (Ortszeit), gingen unsere Bewerbungsunterlagen
für die Feinkost bei der Eigentümerin (TLG Immobilien GmbH) in
Dresden ein. Wie berichtet hatte diese das Gelände der ehemaligen Brauerei
in der Leipziger Südstadt Anfang des Jahres in enger Abstimmung mit
der Stadt Leipzig für die Entwicklung zu einem Kultur- und Gewerbehof
ausgeschrieben.
Die Ausschreibung gibt vor, dass im Zuge der Entwicklung des Areals für
die Kulturvereine Cinémathèque, LOFFT und naTo Arbeitsmöglichkeiten
entsprechend ihrer Erfordernisse geschaffen werden sollen. Ebenso ist eine
zentrale Zielstallung die nachhaltige Schaffung von kleinteiligen Gewerbeflächen,
in denen durch günstige Rahmenbedingungen insbesondere alternatives,
kunsthandwerkliches Gewerbe und Unternehmensstarter angesiedelt werden können
sowie zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden. Entstehen soll ein
lebendiges Stadtteilzentrum, das das spezielle Flair der Karl-Liebknecht-Straße
aufgreift und durch das Kulturzentrum weit über die Stadt hinaus ausstrahlt.
Unser Entwicklungskonzept sieht vor, den gesamten Gebäudebestand innerhalb
von ca. 2 Jahren vollständig zu sanieren. Dabei ist es unser Anliegen,
die vorhandene Bausubstanz weitestgehend zu erhalten und zu restaurieren.
Allerdings befindet sich die gesamte Bebauung in einem starken Verfallszustand.
Insbesondere das über mehrere Wege in die Kellerräume eindringende
Wasser, schwere Brandschäden im Südflügel, das vollkommen
desolate Dachgeschoss im Westflügel und der sicherheitsseitig bedenkliche
Zustand vieler Fassadenteile machen ein sofortiges und grundlegendes Handeln
erforderlich. Die aus diesen Gründen unumgänglichen baulichen
Veränderung bzw. Neubauten werden so gestaltet, dass sie sich nahtlos
in das vorhandene Ensemble einfügen.
Auf unserem Grundstück soll ein Kulturzentrum entstehen, das drei
Tanzstudios für über 300 Kinder und Jugendliche sowie zwei Tanzcompanies,
einen großen (250 Sitze) und einen kleinen (100 Sitze) Veranstaltungssaal
für Konzerte und Theateraufführungen, vier Probenräume für
die Künstler am Haus sowie freie Initiativen, zwei Kinosäle, einen
Musikkeller für Clubkonzerte und Diskothek, ein Tagescafé mit
Kinderspielecke, eine Szenegastronomie, eine Kellerbar sowie Lagerräume
und Werkstätten für die Kunstproduktion beinhaltet.
Für die Entwicklung des südlichen Teilgrundstücks ist vorgesehen,
ein Gewerbezentrum gemäß der Ausschreibungsbedingungen und Wohnungen
zu schaffen.
| 28. Juni 2006 |
Pressemitteilung
Kultur UND Gewerbe – BEIDES ist uns wichtig
Grundanliegen der Feinkost-Konzeption war es von Beginn an, einen besonderen
Mix aus Kultur und kleinteiligem Gewerbe zu schaffen, alternativen Geschäftsideen
eine reale Chance zu geben und dadurch das einzigartige Flair der Südstadt
weiter zu stärken.
Allerdings stellt die Sanierung der Feinkost eine solch gewaltige Belastung
dar, dass ihr weder die Kulturvereine noch die Gewerbetreibenden auf sich
allein gestellt gewachsen sind. Umso mehr freuen wir uns, dass es gelungen
ist, Partner zu finden, die diese Aufgabe bewältigen können und
zusammen mit den Nutzern die Konzeptideen umsetzen wollen. Gemeinsam haben
wir alle wesentlichen Eckpunkte des Konzeptes – wie auf unserer Homepage
unter „Ausschreibung/Rahmenbedingungen“ dargestellt –
vereinbaren können und vertraglich fixiert.
Mit einem Brief hat sich die KULTURSTIFTUNGFEINKOST GbR heute an alle Bestandsmieter
der Feinkost und an all jene gewandt, die sich bisher mit interessanten
Konzepten für den Kultur- und Gewerbehof empfohlen haben. Wir haben
über den aktuellen Stand unserer Bemühungen um Unterstützung
von außen informiert und darum gebeten, sich mit uns und unseren Partnern
in Verbindung zu setzen.
Alle Mitstreiter der KULTURSTIFTUNGFEINKOST GbR sind überzeugt, dass
wir mit vereinten Kräften und Ideen den vor über zwei Jahren begonnenen
Kampf um das Feinkostgelände erfolgreich gestalten können und
am Ende dieses langen Prozesses der Kultur- und Gewerbehof an der „Karli“
stehen wird, so wie wir es 2004 versprochen haben.
| 19. Juni 2006 |
Kultur-Feinkost im Newsletter
Ab sofort hat und versendet die KULTURSTIFTUNGFEINKOST
i.G. ihren eigenen Newsletter. In 14tägigem Rhythmus sollen alle am
Kultur- und Gewerbehof Feinkost Interessierten über die neuesten Entwicklungen
direkt per eMail informiert werden. Zusätzlich gibt´s immer noch
zwei Veranstaltungstipps von uns.
Wer in den Newsletter-Verteiler aufgenommen werden möchte, braucht
uns nur eine eMail an info@feinkost-leipzig.de zu senden. Viel Spaß
beim Lesen.
| 14. Juni 2006 |
Bilder der Feinkost
Wir wissen zwar schon lange und ziemlich genau, wie der Kultur- und Gewerbehof
nach der Sanierung aussehen wird. Wir können das auch gemeinsam mit
unserem Architekten Rüdiger Will darstellen – allerdings nur
in ziemlich nüchternen ArchiCad-Zeichnungen. Dadurch offenbarte sich
der eigentliche Zauber unserer Vision bisher nur Fachleuten wie Architekten
und Stadtplanern.
Endlich haben wir jemanden gefunden, der unsere Vorstellungen von Architektur
und Lebendigkeit der Feinkost adäquat in die Bildsprache umsetzen kann.
Es ist die Leipziger Grafikerin und Illustratorin Gerda Raidt. Sie hat sich
unser Projekt angeschaut und fand es so gut, dass sie unseren Auftrag angenommen
hat, insgesamt zehn „Momentaufnahmen“ vom Leben auf der Feinkost
zu zeichnen. Die erste ist bereits fertig und in der Rubrik „Architekturkonzept“
zu sehen.
Gerda Raidt wurde 1975 in Berlin geboren. 2002 machte sie ihr Diplom an
der HGB in Leipzig. Dort absolvierte sie im Anschluss noch ein Meisterschülerstudium.
Derzeit arbeitet sie freiberuflich als Illustratorin und Grafikerin, als
Lehrbeauftragte an der HGB – und für die Feinkost.
Danke Gerda!
| 18. Mai 2006 |
Kultur in Klausur
Für zwei Tage, vom 2. bis 3. Mai zogen sich die Protagonisten des Feinkost-Projekts
zu ihrer ersten gemeinsamen Klausur aus dem Leipziger Alltag zurück.
Im lauschigen Thüringer Lützensommern wurde zwei Tage lang analysiert,
diskutiert und resümiert. Alles mit dem Ziel, unserem inhaltlichen
Konzept für den Kultur- und Gewerbehof Feinkost den letzten Schliff
zu verleihen.
Die Rückkehr traten wir mit einem profilierten Leitbild für das
Kulturzentrum an, das alle Facetten unseres vielfältigen kulturellen
Engagements und Entwicklungsperspektiven für freie Kulturarbeit zusammenführt.
Darüber hinaus ist es uns gelungen, die Struktur unserer Stiftung weiter
zu präzisieren und auf die komplizierte Fördermittelsituation
anzupassen.
Die Ergebnisse dieser Arbeitsreise werden wir in den letzten Wochen in
unsere Bewerbungsunterlagen für die Feinkost integrieren, so dass wir
am 14. Juli ein von den Zielsetzungen über den Haushalt bis hin zur
juristischen Konstruktion rundes Konzept einreichen können.
| 16. Mai 2006 |
Ideen für die Feinkost
Seit Mitte März läuft unsere Aktion, bei der wir in den Häusern
der beteiligten Kulturvereine und auf der Homepage der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
i.G. unsere Besucher und kulturinteressierte Menschen darum bitten, uns
Ihre Meinungen und Ideen zur Feinkost und insbesondere zu dem von uns konzipierten
Kulturzentrum mitzuteilen.
Bis dato sind über 70 Zuschriften bei uns eingegangen. Dafür
möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns durch ihre
Anregungen und Kritik helfen, das Projekt weiter zu entwickeln.
Ideen die mehrfach genannt wurden, haben wir jeweils zu einem Punkt zusammengefasst.
Grundsätzlich werden wir versuchen, gleich mit einer kurzen Antwort
zu reagieren.
Wir hoffen, durch die Veröffentlichung der bisherigen Zuschriften
und unsere kurzen Kommentare zum einen unser Vorhaben transparenter machen
zu können und zum anderen noch mehr Besucher unserer Häuser bzw.
Homepage dazu anzuregen, sich in diesen Diskussionsprozess einzubringen.
Der Link „Ideen für die Feinkost“ ist ab sofort zweigeteilt:
Unter „Ideen …“ sind die bisherigen Zuschriften zu finden.
Unter „Deine Gedanken …“ hoffen wir auf weitere interessante
Meinungen.
| 25. April 2006 |
Die KULTURSTIFTUNGFEINKOST
i.G. schreibt folgende Stelle aus:
Dokumentation „Entstehung der KULTURSTIFTUNGFEINKOST“
- Projektleiter
1. Rahmenbedingungen
Seit Dezember 2003 engagieren sich verschiedene Kulturvereine und Gewerbetreibende
für den Erhalt der Feinkost und stellten sich den Abrissplänen
des Eigentümers entgegen. Im Ergebnis dieses Engagements und mit Unterstützung
der Stadt Leipzig gelang es, die Pläne des Eigentümers zu stoppen.
Anfang 2006 wurde das Gelände zum Verkauf ausgeschrieben. Die gemeinnützigen
Kulturvereine Cinémathèque Leipzig e.V., Leipziger Tanztheater
e.V., LOFFT e.V. und naTo e.V. sind derzeit dabei, eine Stiftung zu gründen
und sich mit dieser an der Ausschreibung um das Gelände zu beteiligen.
Ziel ist es, auf dem Feinkostgelände ein Kulturzentrum zu errichten
und damit zur Entstehung des Kultur- und Gewerbehofes Feinkost beizutragen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Entwicklung des Geländes ist die
Sicherung der Nachhaltigkeit in allen Bereichen. Da später zu diesem
Thema Informationsveranstaltungen und Weiterbildungskurse auf dem Gelände
stattfinden sollen, ist eine Dokumentation der konzeptionellen und baulichen
Entstehungsphase von größtem Interesse. Diese Dokumentation soll
sowohl in filmischer (Dokfilm) als auch in schriftlicher Form (Broschüre)
erstellt werden.
2. Kurzbeschreibung
Für Erstellung der Dokumentation sind zwei Stellen vorgesehen. Eine
beinhaltet die inhaltliche und organisatorische Leitung des Projektes. Dies
schließt die Erarbeitung eines Konzeptes für die Dokumentation
ein. Wesentliche Inhalte der Betrachtung sind die Herausbildung spezifischer
Organisationsformen und Arbeitsweisen innerhalb der beteiligten Kulturvereine
und der sich gründenden Stiftung, die Zusammenarbeit mit kommunalen
und Landeseinrichtungen sowie den jeweiligen politischen Ebenen und die
Entstehungsprozesse bzw. Veränderungen in der Planung und Realisierung
des Kulturzentrums.
Die zweite Stelle ist als Technikerstelle ausgelegt. Der AN betreut die
gesamte technische Abwicklung des Vorhabens. Von der Kameraführung
(digital) bis hin zum Schnitt des Materials zu einer gebrauchsfertigen filmischen
Dokumentation bzw. der grafischen Betreuung einer schriftlichen Dokumentation.
Diese Stelle ist bereits vergeben.
3. Voraussetzungen
Für die Erstellung der Dokumentation werden zwei ABM Stellen geschaffen.
Diese Stellen sind an den Status Alg II- (günstiger) bzw. Alg I-Empfänger
gebunden. Grunderfahrungen auf dem Sektor der Kulturarbeit sind erwünscht.
Fachliche Befähigungen sowie die Bereitschaft und Fähigkeit zur
Teamarbeit sind unbedingt erforderlich.
4. Bewerbungen
… und Nachfragen bitte bis 16. Juni 2006 an Ronald Schubert (LTT)
- Tel.: 0341-338 55 30
- eMail: ronald.schubert@leipzigertanztheater.de
- Post: Leipziger Tanztheater e.V., J.-R.-Becher-Str. 22, 04317 Leipzig
| 20. April 2006 |
Pressemitteilung der KULTURSTIFTUNGFEINKOST
i.G.
Leipzigs berühmte Löffelfamilie endlich wieder komplett
Mit großer Freude können wir vermelden, dass sich eines der
Wahrzeichen der Leipziger Kulturmeile, die 1999 restaurierte Löffelfamilie,
ab heute Abend wieder ihrer einzigen Passion hingeben kann, dem Auslöffeln
eines unendlichen Suppentellers – und das in der vollen Pracht aller
51 bunt strahlenden Hochspannungsleuchtröhren.
Entstanden ist dieses einmalige Lichtensemble Mitte der 70er Jahre als
Werbeeinrichtung für den Suppen- und Konservenhersteller VEB Feinkost.
Ein Anachronismus im System der Planwirtschaft und des Staatsmonopols. Nichtsdestotrotz
löffelte sie sich in die Herzen der Leipziger und wurde zum wichtigsten
Hilfsmittel für Kindergarten- und Schulkinder zur Orientierung im urbanen
Gewühl der Messemetropole.
So verwundert es nicht, dass die Abschaltung der animierten Familie unmittelbar
nach Untergang von DDR und VEB Feinkost von einem (stummen) Schrei des Kummers
begleitet wurde. 1993 erhielten die traurigen Überreste dann immerhin
den Status eines Kulturdenkmals. Doch erst mit der Gründung einer Initiative
zur Rettung des Wahrzeichens flammte schwaches (Neon)Licht am Ende des Tunnels
auf.
Die Protagonisten von naTo, moritzbastei, Mobilem Büro für Erdangelegenheiten
und Blues Agency brauchten dann noch 3 Jahre, in denen sie bei zahlreichen
Kunstaktionen Geld zusammen trugen, bis endlich 1999 der Kulturverein naTo
e.V. die Löffelfamilie erwerben und für insgesamt 100.000 DM sanieren
konnte. Seitdem speist sie sich von privaten Spendengeldern, die fast immer
für den Strom, aber selten für die notwendigen Reparaturen ausreichen.
So musste sie auch in diesem Jahr schon wieder unzählige Nächte
im Dunkeln verbringen.
Diesem traurigen Zustand hat nun die Neontechnik Elektroanlagen Leipzig
GmbH, als damalige PGH auch deren Erbauer, kurzentschlossen ein Ende bereitet
und die Löffelfamilie auf Spendenbasis repariert. Gerade rechtzeitig,
damit sie ab morgen als eines der Highlights (im wahrsten Wortsinne) den
bis zum Wochenende in Leipzig stattfindenden Kongress der LUCI – Lightning
Urban Community International zu Konzepten der Stadtbeleuchtung bereichern
kann.
Wir möchten uns herzlich bei NEL für deren Initiative und nochmals
bei allen Spendern für ihre Unterstützung bedanken. Wir wünschen
den Kongressteilnehmern – und natürlich allen Leipzigern –
fröhliche Nachtstunden im Schein der Löffelfamilie.
Die Löffelfamilie ist täglich von 21:00 bis 24:00 Uhr in Betrieb.
Weitere Informationen unter:
www.nato-leipzig.de / Löffelfamilie
www.feinkost-leipzig.de / Löffelfamilie
www.leipzig.de / Suchbegriff: LUCI
| 6. April 2006 |
Veröffentlichung der Ausschreibungsunterlagen der TLG
In den letzten Wochen wurde die Ausschreibung des 1. Feinkosthofes durch
die TLG Immobilien GmbH, wiederholt in mehreren Medien falsch zitiert bzw.
interpretiert. Um solche Fehler für die Zukunft auszuschließen,
haben wir uns darum bemüht, die Ausschreibung im Original auf dieser
Homepage veröffentlichen zu dürfen. Diesem Wunsch hat die TLG
leider nicht entsprochen. Sie verweist auf ihr Urheberrecht und fordert
alle Journalisten, die sich mit dem Thema Kultur- und Gewerbehof Feinkost
befassen, auf, sich direkt an sie zu wenden und sich dort die fehlenden
Informationen zu beschaffen. Ansprechpartner bei der TLG Immobilien GmbH
ist:
Herr Ernst Krause
Tel.: 0351-4913409
Fax: 0351-4913215
Mail: ernst.krause@tlg.de
Somit bleibt uns nur, den Teil der Ergänzung zur Ausschreibung zu
veröffentlichen, den wir der TLG zugearbeitet haben und den sie am
20. Februar allen Teilnehmern am Bietverfahren zugesandt hat. Es handelt
sich hierbei um den Raumplan und die Logistikanforderungen des zu schaffenden
Kulturzentrums sowie unsere Rahmenbedingungen für eine Partnerschaft
mit dem potentiellen Gewerbepartner. Das mitgelieferte Kurzkonzept für
den Kultur- und Gewerbehof ist an anderer Stelle dieser Homepage bereits
veröffentlicht. Weiterhin haben wir eine Konzeptstudie zum Gewerbekomplex
beigelegt. Diese hat vor allem die Funktion, dass sich Interessenten einen
ersten Überblick über die vorhandenen Nutzflächen, mögliche
Nutzungen und zu erwartende Sanierungskosten verschaffen können (Es
handelt sich hierbei um unvermessene Lagepläne. Der Autor, Akzente-Architektur
& Landschaftsplanung, haftet nicht für die Kostenschätzung).
| 25. Februar 2006 |
Ausschreibungsfrist für Feinkosthof verlängert
Mit Schreiben vom 20. Februar teilte die Eigentümerin des Feinkostgeländes, die TLG Immobilien GmbH, mit, dass sie den Angebotsschluss gemäß Ausschreibungsbedingungen vom 31. Mai 2006 auf den 14. Juli 2006 verlegt hat.
| 23. Februar 2006 |
Pressemitteilung von Cinémathèque Leipzig e.V., LOFFT e.V., Leipziger Tanztheater e.V., naTo e.V.
Feinkost-Kulturzentrum wird Stiftung
VIER STARKE KULTURVEREINE SCHULTERN GEMEINSAM DEN AUFBAU DES ZENTRUMS
In den letzten Monaten wurden mehrere denkbare Rechtsformen für die Betreibung des Kulturzentrums auf dem Feinkostgelände geprüft. Ziel war zum einen, die enge und gleichberechtigte Einbindung aller beteiligten Kulturvereine sicher zu stellen und zum anderen die optimale Konstruktion zur nachhaltigen Absicherung des Gesamtkonzeptes des Kulturzentrums innerhalb des Kultur- und Gewerbehofes zu finden. Am gestrigen Mittwochabend fiel mit dem letzten Vorstandsbeschluss die Entscheidung:
Das Feinkost-Kulturzentrum soll durch eine eigens hierfür ins Leben gerufene, gemeinnützige Stiftung entwickelt und betrieben werden. Diese wird von den beteiligten Kulturvereinen gegründet und verfolgt den Zweck, die benötigten Räume für die inhaltliche Arbeit langfristig zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen. Somit erhalten die Vereine die Möglichkeit, sich vollständig auf ihre Kulturarbeit zu konzentrieren. Darüber hinaus ergeben sich im Rahmen einer Stiftung vielfältige Möglichkeiten für kulturinteressierte Bürger, Institutionen und Unternehmen, an der Entwicklung des Zentrums mitzuwirken.
Zeitgleich mit der Wahl der Betreibungsform für das Feinkost-Kulturzentrum fiel auch eine zweite, wichtige Entscheidung. Nachdem das Leipziger Tanztheater schon im Jahr 2004 Interesse am Feinkostprojekt bekundet hatte und in allen bisherigen Planungsansätzen Räumlichkeiten für dessen Arbeit vorgesehen waren, wird es sich nun als fester und gleichberechtigter Partner innerhalb der Stiftung langfristig in das Projekt einbringen.
Das Leipziger Tanztheater ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Es wurde bereits 1967 gegründet und kann somit auf eine lange Tradition zurückblicken. Etwa 300 Kinder und Jugendliche erhalten durch 2 Choreografinnen und Tanzpädagoginnen in der Juniorcompany eine tänzerische Ausbildung. Ab dem 18. Lebensjahr besteht die Möglichkeit, in die Company (ca. 30 TänzerInnen) des LTT einzutreten. Seit Januar 2004 wird die Company durch die Choreografin Canan Erek geleitet, die im Dezember 2005 ihr neues Stück „LTT 24“ präsentierte. Entführte ihr erstes Bühnenwerk „JET room“ den Zuschauer in die Welt des Wartens und der Langsamkeit, fand sich das Publikum dieses Mal im Labyrinth der Medien wieder. (www.leipzigertanztheater.de)
Durch diese Verstärkung wird eine wesentliche Verbreiterung des künstlerischen Spektrums des Feinkost-Kulturzentrums und die Vervielfältigung der Möglichkeiten für die künstlerische Zusammenarbeit der Vereine erreicht. Betriebswirtschaftlich positiv wird sich die intensivere Nutzung der geplanten Veranstaltungsräume auswirken. Zusätzlich ergeben sich schon für die aktuelle Bewerbungsphase ganz praktische Vorteile, da sich die umfangreichen Arbeiten ab sofort auf vier Schultern verteilen.
Das gemeinsame Engagement der seit vielen Jahren erfolgreich tätigen Kulturvereine Ciné-mathèque Leipzig, LOFFT, LTT und naTo, verstärkt durch die enge Bindung und das Ver-trauen, das die gemeinsame Stiftung schafft, bildet die belastbare Grundlage für das Erreichen des selbst gesteckten Zieles, die Feinkost zu einem der wichtigsten kulturellen Anziehungs-punkte der Stadt zu entwickeln.
| 14. Februar 2006 |
Die naTo hat in den letzten Tagen auf der Grundlage der Ausschreibung ein Material zusammengestellt, das potentiellen Bewerbern für die Entwicklung des Gewerbezentrums die Möglichkeit gibt, sich ein genaues Bild von den Rahmenbedingungen unseres Kulturzentrums zu machen und dadurch die anstehenden Gespräche zur Projektkoordination vorzubereiten. Dieses Material wurde am 13.02.2006 an alle derzeit denkbaren Partner verschickt.
Weitere Interessenten melden sich bitte schnellstmöglich in der naTo bei Herrn Elstermann.
| 3. Februar 2006 |
Die Entwicklung des ehemaligen VEB Feinkost im Leipziger Süden zu einem Kultur- und Gewerbehof nimmt wieder Fahrt auf.
Unter dem Logo des Kulturdenkmals „Löffelfamilie“ soll an der Stelle der
ehemaligen Brauerei und späteren Feinkostfabrik bis 2008 ein Stadtteilzentrum
entstehen, das in einer einmaligen Verbindung von Gewerbe und Kultur das
Lebensgefühl der Kulturmeile „Karli“ widerspiegelt und entscheidende Impulse
für die nachhaltige Stadtentwicklung setzt. Um dieses Ziel zu erreichen,
hat die TLG in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig das Grundstück
am 29.01.2006 öffentlich ausgeschrieben. Wir haben die entsprechenden Unterlagen
umgehend angefordert und konnten mit großer Freude feststellen, dass als
Grundlage für die inhaltlichen Anforderungen die Eckpunkte des Entwicklungskonzeptes
der ehemaligen IG Feinkost herangezogen wurden. Einen wesentlichen Aspekt
innerhalb der Ausschreibungskonditionen stellt die Schaffung des großen
Kulturzentrums, das der naTo e.V. gemeinsam mit seinen Projektpartnern betreiben
soll, dar. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Konzepts
für das Kulturzentrum besteht ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer
Bemühungen in der Suche nach dem geeigneten Partner für die Entwicklung
und Betreibung des Gewerbezentrums. Hierbei kommt es darauf an, ein Unternehmen
zu finden, das die Intentionen des Feinkostkonzepts von 2004 nachvollzieht
und gemeinsam mit uns umsetzen will. Entscheidend wird sein, ob ein Projekt
entsteht, in dem durch geschickte Querfinanzierung die angestrebten Rahmenbedingungen
für alternatives, kleinteiliges Gewerbe geschaffen werden. In den letzten
Tagen haben mehrere Unternehmen uns gegenüber ihr Interesse an dem Feinkostprojekt
bekundet und auch bei der heutigen (8.2.2006) von der TLG und der Stadtverwaltung
initiierten Besichtigung des Geländes waren zahlreiche Interessenten vor
Ort. Um allen, die sich in die Entwicklung des Kultur- und Gewerbehofes
Feinkost einbringen wollen, die erforderlichen Arbeitsvoraussetzungen zu
gewährleisten, sind wir gerade dabei, ein entsprechendes Informationsmaterial
zusammen zu stellen. Dieses wird sowohl die räumlichen, logistischen und
betriebswirtschaftlichen Anforderungen des Kulturzentrums ausweisen, als
auch alle in dem bisherigen Konzeptionsprozess gesammelten Erkenntnisse
über den Feinkosthof enthalten. Nach seiner Fertigstellung werden wir dieses
Material auf Anfrage gern jedem Interessenten zur Verfügung stellen und
auf dieser Homepage veröffentlichen. Wir freuen uns auf die vor uns liegende
Arbeit.
|