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LVZ 17.5.2004
Porsche-Premiere mit schwäbischem Sparsinn
Das 13. Seifenkistenrennen am Fockeberg bot Hightech, halsbrecherische
Rennen und hoch amüsante Pannen
Den Flitzpiepen steht der Schweiß auf der Stirn. Nicht, weil
die Startrampe des 13. Prix de Tacot halsbrecherisch steil ist.
Nicht, weil die mehreren tausend Zuschauer auf dem Fockeberg erwartungsvoll
murmelnd auf eine spektakuläre Abfahrt warten. Sondern weil
Moderator Paul Fröhlich das Team in der prallen Sonntagnachmittags-Sonne
sein Gefährt in die Höhe stemmen lässt und munter
über die Sollbruchstellen philosophiert. „Diese Querstange
kostet die Schieber den Unterkiefer“, freut er sich.
Fast hätte sich der Mann als Prophet erwiesen – das „Fabula
Rasa“ genannte Gefährt übersteht mit Müh und
Not die Startrampe. Einige Meter weiter knirscht Metall auf Asphalt,
die Lenker-Abteilung verabschiedet sich vom Loungesessel-Fahrersitz.
Für die flexiblen Flitzpiepen kein wirkliches Problem: Die
Schieber werden blitzschnell zu Trägern – und entscheiden
das Zeitfahren auf dem Rondell souverän für sich. Weil
der Unterkiefer heil bleibt – und Paul Fröhlich eine
Minute Zeitgutschrift spendiert.
Mit ihrem Traum-Ergebnis stellen die Flietzpiepen ohne Probleme
Teams in den Schatten, die sonst das Gewinnen gewohnt sind –
nicht nur bei Seifenkistenrennen. Zum Beispiel die Equipe der Stuttgarter
Sportwagen-Schmiede Porsche, die zum Rennen extra eine Hightech-Seifenkiste,
konstruiert und aus den USA eingeflogen haben. Allein der Materialwert
des heiligen Schwaben-Blechles – nach Team-Angaben etwa 20.000
Euro, „nicht gerechnet die Forschungs- und Entwicklungskosten“
– dürfte den Rest des Starterfeldes ungefähr hundertfach
übertreffen.
Entsprechend vorsichtig geht das Team um Pilot Arnd zu Werke: Die
Superkiste wird vorsichtshalber Zeitgetragen. Und Paul Fröhlich
feixt: „Ich dachte der Name Porsche stünde für Fahrspaß.“
Dass zur Unterstützung des Teams der Janis-Joplin-Klassiker
„Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes Benz“ aus
den Boxen schallt, ist natürlich auch reiner Zufall. „Da
muss Eure Marketing-Abteilung aber geschlafen haben“, juxt
Fröhlich – und der Fockeberg jubelt. Denn im Vorfeld
des Rennens hatten sich Veranstalter naTo und Villa bei eben dieser
Marketing-Abteilung um Sponsoring-Unterstützung bemüht
– und hatten auf Granit gebissen. „Vielleicht beim nächsten
Mal“, hofft Fröhlich. Und vielleicht landet dann die
Motivations-CD, die das Porsche Team selbst mitgebracht hatte, auch
tatsächlich im Player. Dann aber müssen die erfolgsgewohnten
Stuttgarter vermutlich auf den Sonderpreis für den „besten
Soundtrack beim Zeitfahren“ verzichten…
(Lars Radau)
Alle Ergebnisse im Netz unter www.nato-leipzig.de
Fotos auf www.lvz-online.de
Bild Leipzig 17.5.2004
Die schnellste Kiste bleibt ein Porsche
Vollspaß statt Vollgas!
Es war der Tag der Porschejäger. Beim „13. Prix de Tacot“
gab es im Fahrerlager und bei den rund 10.000 Zuschauern nur ein
Thema: Ist die Hightech-Seifenkiste von Porsche bezwingbar?
Die Designer des Sportwagenherstellers hatten für das Rennen
auf dem Fockeberg weder Kosten noch Mühe gescheut und ein rund
20.000 Euro teures Wunder aus Carbon geschaffen.
Auf der anderen Seite die Leipziger Tüftler, die ihren Ideen
freien Lauf ließen. Sie bastelten Flitzer aus Fahrrädern,
Autoteilen und Einkaufswagen. Ein ungleicher Wettkampf, den Porsche
so nicht gewinnen wollte. Also starteten die Auto-Profis außerhalb
der Wertung, sammelten lieber Sympathien als Grand Prix Punkte.
Gesamtsieger wurde das Team „Pitcock – des Teufels Steuerknüppel“.
Alle Ergebnisse und Fotos gibt’s auf www.nato-leipzig.de.
(Willem A. Tell)
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