15. Prix de Tacot
das Internationale Seifenkistenrennen
14. Mai 2006, Fockeberg zu Leipzig
  Die Erfüllung der Sehnsucht nach Unterhaltung, Spaß und Schönheit in der Bewegung!
 
Pressestimmen
 



LVZ, 15. Mai 2006

Beim 15. Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg trafen gewitzte Amateure auf die Profis von der Ingenieurliga "D"

Sektfrühstück und Fockefrog


Auf dem Fockeberg haben es die tollkühnen Männer und Frauen in ihren rumpelnden Kisten wieder der Welt gezeigt: Leipzig ist eine Stadt der Ideen und Innovationen. Das gefiel Schirmherr Burkhard Jung, der das 15.
Seifenkistenrennen gestern mit eröffnete, und auch den Zuschauermassen, die kein Veranstalter zu zählen vermocht hätte - nicht einmal der Geheime naTo-Rat - und die das sportive Event auch zu einem Come-together und Mensch-wie-lange-haben-wir-uns-nicht-gesehen machten.
Um Sport ging es nur in zweiter Linie, und so hatten die schnellsten Kisten nicht unbedingt die meisten Zuschauerherzen hinter sich. Auf Wogen der Sympathie glitt das Team "Stadtumbau Ost" mit einer rollenden Abrissbirne aus Sperrholz dahin, die mit ihrer gemächlichen Geschwindigkeit beim Zeitfahren wohl auch eine politische Aussage sein sollte. Ähnlich umjubelt war das "Sektfrühstück im Anblick des Kilimandscharo", eine Speisetafel auf Rädern mit zwei schönen Frauen und noch mehr Herren. Stilvoll glitt sie über den Parcours und spottete jeder Stoppuhr, dabei immer darauf bedacht, nicht auseinanderzufallen.
Neben diesen und anderen Konzept-Kisten mit Kultverdacht ("Spaceshüttle Kampfgurke" im Challenger-Design oder der "Fockefrog" im Laubfrosch-Look) nahm sich die erstmalig angetretene "Ingenieurliga D" etwas blass aus: Die drei Profi-Teams von BMW, HTWK und Bike Department Ost zimmerten live zwar grundsolide Gefährte, konnten damit aber keine großen Lacher einfahren - allerdings war ihnen das Baumaterial auch vorgegeben worden.
Mit den Kisten konkurrierte natürlich "Celebrator" Paul Fröhlich um den Status des eigentlichen Stars. Seine Kommentare trafen immer wieder sicher ins Zwerchfell, auch wenn man ihm verübeln konnte, dass er den traurigen kleinen Kolja, der seine Mutter suchte, für ein paar Gags ausschlachtete. Da Fröhlich aber der einzige war, der auf seinen Stelzen wirklich den Überblick hatte, konnte er seinen haltlosen Brutal-Fantasien die Sporen geben:
"Verletzte liegen auf der Strecke? Ich sage Euch: Rollt sie an den Rand!"
Aber, und so human ist er ja: "Rollt sie bergauf, denn bergab sind die
Brennesselfelder!"

Uwe Krüger