Buchmesse 2026: International Spezial
Leipzig liest

Lesung @ naTo Saal Fr 20.03 17:00 Einlass: 16:30

Wie jedes Jahr freuen wir uns auch 2026 die Lesereihe »Buchmesse International Spezial« zu präsentieren!
Von 17:00 bis 22:00 Uhr sind internationale Autor*innen mit ihren aktuellen Werken auf der Bühne der naTo zu erleben.
Eintritt: frei

Programm:

17 Uhr
Julia Cimafiejeva: Blutkreislauf. Gedichte und Texte (Edition Fototapeta)
Dieses Gedichtbuch ist keine Lyriksammlung. Die Dichterin erzählt, unter Einsatz vieler ihr zur Verfügung stehenden Formen und Genres, vom Leben ihrer Familie über ein ganzes, langes Jahrhundert hinweg. Sie sagt: »Dieses Buch beschreibt den langen Weg fort von zu Hause.« Diesen Weg ist die exilierte Dichterin gegangen, den Weg sind viele in ihrer Familie gegangen. »Gehört zu mir, woran ich mich nicht erinnere?«
Übersetzung: Tina Wünschmann
Moderation: Andreas Rostek

18 Uhr
Paulina Spiechowicz: Wenn alles brennt (Istituto Italiano di Cultura/ Folio Verlag)
Dieser Sommer in Rom wird alles verändern. Der ruhelose Kamil sehnt sich nach seiner Mutter und den Jungs aus der Vorstadt, er verabscheut die perfekte Familie, die sein Vater mit einer anderen Frau gegründet hat. Die verschlossene Beatrice wäre lieber in Warschau geblieben. Nach einem Jahr beim Vater kehren die Geschwister zur wohlhabenden Mutter zurück, in die Villa nach Ostia.. Hier gab es keine Wärme, nur Marmor und Kristallleuchter. Während Kamil versucht, alles unter Kontrolle zu halten, findet Beatrice unerwartet Zuneigung bei denen, die sich ausgeschlossen fühlen. Von der Kraft der Freundschaft, von Poesie, die verbindet, von Musik, die rettet … auch wenn rundherum alles brennt.
Paulina Spiechowicz, 1983 in Krakau geboren, kommt als Vierjährige nach Italien. Ihre Eltern erhalten ein Visum und bekommen politisches Asyl. Identität ist für die Autorin ein Konflikt zwischen dem Gefühl, fremd gegenüber anderen und sich selbst zu sein. Sie lebt als Journalistin in Rom. "Wenn alles brennt" ist ihr erster Roman und wurde mit dem Premio Internazionale Viareggio – Versilia 2025 ausgezeichnet.
Anna Vollmer ist Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Auf Italienisch und Deutsch mit Konsekutivübersetzung

19 Uhr
In Zeiten des Übergangs
Literatur aus Lettland mit den Autoren Andris Kalnozols und Svens Kuzmins und ihren Übersetzer*innen Lil Reif und Sven Otto.
Moderation: Andreas Rostek (Latvian Literature)

20 Uhr
Bücher auf Reisen: Rónán Hession und Tadhg Mac Dhonnagáin, Moderation: Magda Birkmann (Literature Ireland)
Weshalb sind manche Bücher besser für Reisen geeignet als andere? Auf welche Hindernisse stößt man, wenn man ein Werk von einer Kultur in eine andere überträgt? Rónán Hession ist Autor des vielfach übersetzten Romans Leonard and Hungry Paul (Woywod & Meurer Verlag, 2023; DuMont, 2025) und schreibt regelmäßig Rezensionen zu übersetzter Belletristik für die Irish Times. Tadhg Mac Dhonnagáin ist Autor des kürzlich übersetzten Romans Madame Lazare (Alfred Kröner Verlag, 2026) und Herausgeber zahlreicher Werke europäischer Literatur in irischer Sprache. Rónán und Tadhg sprechen über die Herausforderungen, die mit dem Schreiben für Leser*innen an verschiedenen Orten einhergehen. Dabei beleuchten sie die Risiken, die Chancen und die Rolle übersetzter Belletristik in der heutigen zeitgenössischen Literatur.
Moderiert wird die Veranstaltung von Magda Birkmann. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, mit kurzen Lesungen auf Englisch und Deutsch.

21 Uhr
Zwischen Daten, Zweifeln und Dasein: Drei Luxemburger Autorinnen über Umbrüche, Sehnsucht und poetische Zwischenwelten. mit Elise Schmit, Nora Wagener und Chris Lauer
In einer Welt, die ständig zwischen Bruch und Neubeginn schwankt, suchen Menschen nach Halt – und manchmal nach sich selbst. Drei Luxemburger Autorinnen erzählen von diesen Momenten des Verlorengehens und Wiederfindens: Elise Schmit fängt flüchtige Übergänge ein, in denen Abschied und Aufbruch, Verlust und Neuanfang miteinander verschmelzen. Nora Wagener zeigt Figuren, die in Strömen aus Daten, Sehnsucht und Missverständnissen treiben, auf der Suche nach Nähe. Chris Lauer verdichtet in poetischer Präzision die Risse unserer Zeit und spürt der Spannung zwischen Nostalgie und Zukunftsdrang nach. Ein Abend voller dichter Atmosphären, kluger Beobachtungen und poetischer Energie.