Buchmesse 2026: International Spezial
Wie jedes Jahr freuen wir uns auch 2026 die Lesereihe »Buchmesse International Spezial« zu präsentieren!
Von 18:00 bis 22:00 Uhr sind internationale Autor*innen mit ihren aktuellen Werken auf der Bühne der naTo zu erleben.
Eintritt: frei
Programm:
18 Uhr
Emma Sepúlveda: Erinnerungen von Ilse an Colonia Dignidad (Literature and Bibliographic Heritage Chile)
Ein Roman, der das Ergebnis einer gründlichen Recherche über ein Leben und seinen dramatischen Schauplatz ist. Er spielt in der Colonia Dignidad, die in den 1960er Jahren von Paul Schäfer, einem ehemaligen Mitglied der Hitlerjugend, in Chile gegründet wurde. Als Leiter der Kolonie wandte Schäfer nationalsozialistische Praktiken an, denen er einen religiösen Charakter verlieh. In den langen Jahren seines Wirkens sammelte er viel Macht und Geld an und war ein enger Mitarbeiter von Augusto Pinochet, wobei er von der deutschen Regierung unterstützt wurde.
Mit Übersetzer: Mathias Sasse
Moderation: Michi Straussfeld
19 Uhr
Gabriela Adameșteanu und Jan Koneffke: Stimmen auf Abstand (Wallstein)
Gabriela Adameșteanu entwirft in ihrem neuen Roman ein Panorama der rumänischen Welt: Familien, die durch die Emigration zerfallen; nie vernarbte Erfahrungen von Rechtlosigkeit und Gewalt; und die Verwerfungen einer Gesellschaft, die mit der Vergangenheit nie abrechnen wollte. »Stimmen auf Abstand« vervollständigt die Galerie der großen Romane und Frauenfiguren von Gabriela Adameșteanu auf brillante Weise.
Mit Übersetzer: Jan Koneffke
20 Uhr
Abend mit Lídia Jorge und Francisco Mota Saraiva
Inspirieren oder hemmen die radikalen Veränderungen, die wir durchleben, Ihr Schaffen?
Historisch gesehen haben tiefgreifende Veränderungen enorme Auswirkungen auf die Kunst, und es ist nicht ungewöhnlich, dass das künstlerische Schaffen selbst den Wandel beschleunigt. Eine unerwartete Veränderung, wie wir sie derzeit erleben, kann gegensätzliche Auswirkungen auf das literarische Schaffen haben: Es kann zum Stillstand kommen, damit zumindest der Schriftsteller tief durchatmen kann, oder es kann sich bis zu einem fast schwindelerregenden Tempo beschleunigen.
Ob die Veränderungen, die die Welt derzeit durchläuft, unsere Autoren inspirieren oder zurückschrecken lassen, ist der Ausgangspunkt für eine Debatte, die wir für sehr interessant halten und die von der Journalistin Elena Witzeck (FAZ) geführt wird.
Ein Abend mit Autor*innen in portugiesischer Sprache: Lídia Jorge und Francisco Mota Saraiva (Botschaft von Portugal)
21 Uhr
Madeline Potter: Die Roma. Eine Geschichte von Identität und Widerstand (Ullstein)
Vom England der Tudorzeit bis ins Rumänien der Gegenwart, vom NS-Deutschland bis ins Frankreich des 21. Jahrhunderts lernen wir die Roma-Gemeinschaften und ihre Kämpfe kennen. Madeline Potter zeigt, wie der tief verwurzelte Hass auf die Minderheit jahrhundertelang überdauern konnte. Vor allem aber feiert sie die Stärke und Ausdauer der Roma, ihre Fähigkeit zum Widerstand und zum Überleben.
Moderation: Doris Akrap