Generation Parocktikum: Bruderland
Armia aus Warschau, anfangs auch Anti-Armia, entstanden 1985 als Konzept-Kooperation von Sänger Tomasz Budzynski, zuvor bei der Brutal-Punk-Band Siekiera, und Gitarrist Robert Brylewski (Kryzys, Brygada Krzyzs, Izrael), einem Helden der polski punky reggae party. Heraus kam ein mystisch-melodiöser wie hartkerniger Punksturm mit leichtem Goth-Touch, als wären Discharge mit Dead Can Dance fusioniert oder Dead Kennedys mit den »Children of God«-Swans. Noch mehr geballte Referenzen: die Debüt-Single hieß »Aguirre« und kündete vom Zorn Gottes, wie von Klaus Kinski im Werner-Herzog-Film beschworen, es werden Rimbaud- oder Beckett-Zitate gebrüllt und zum Tanz der Symbole treffen sich Tolkien und Dante mit Jesus. Armia wurden bereits 1987 in der DDR-Szene mit der Cover-Version »Anti-Armia« von Die Firma gewürdigt, tauchten mehrmals im Parocktikum auf und spielten 1989, kurz vorm Zusammenbruch, auch noch in Berlin (Ost). Für das Projekt »Subversion auf Staatsfrequenz« kommen Armia mit einem speziellen Klassiker-Set aus den ikonischen ersten drei Alben 1987-1993.
Rosa Beton aus Berlin traten in ihrer Ur-Phase nie live auf, hinterließen aber ein legendäres Demo-Tape. Die knalligen Punk-Originale des Jahres 1983, darunter wirkliche Hits, zelebrieren sie seit der 2023 erfolgten Wiederbelebung als wundervoll nervöse Post Punk-Versionen. Damit haben sie sich aufholend einen Ruf als wiederentdeckte Legende erspielt. Außerdem entstand aber auch neues Material, dass vor kurzem unter »Lampe aus« bei Aufnahme+Wiedergabe veröffentlicht wurde.
Rosa Beton liefen zwar nie im DDR-Rundfunk, aber Sänger/Texter Thomas Wagner fand sich mit seinen späteren Projekten Herr Blum und Tom Terror & Das Beil oft in den Parocktikum-Playlisten wieder.
Ein Zonic-Abend im Geist des »Warschauer Punk Pakts«!
Eintritt: 12,- / 10,- (VVK: 10,- / 8,- zzgl. Gebühren bei Culton Ticket und TixforGigs)