Harriet
Regiegespräch

Film @ naTo Saal Mi 25.11 19:30 Einlass: 19:00 Event speichern calendar_month

BRD 2026, Regie: Tina Bara, 78 Min, dt. OV

(english version below)

HARRIET zeichnet das Portrait einer widerständigen Frau, die in der DDR heftige Repressalien erfahren hat, die zu den düsteren Kapiteln ihrer 40-jährigen Sozialismus-Geschichte gehören.

Ausgangspunkt der Gespräche zwischen der Filmemacherin/Fotografin und Harriet sind die sogenannten „Tripperburgen“, die seit den 60er Jahre in allen größeren Städten des Landes eingerichtet wurden. Es handelte sich um venerologische Stationen in staatlichen Gesundheitseinrichtungen, in die junge Mädchen unter dem Verdacht von Geschlechtskrankheiten für eine bestimmte Zeit zwangseingewiesen, für mehrere Wochen eingesperrt und zwangsbehandelt wurden. Nur 30 % der Personen konnte eine Diagnose nachgewiesen werden, die grundsätzlich nicht die übergriffigen Misshandlungen rechtfertigte, denen alle Mädchen und Frauen ausgesetzt waren. In Wirklichkeit ging es darum, junge Frauen, die nicht in das sozialistische Menschenbild passten, einzuschüchtern, zu bestrafen, zu erziehen und gefügig zu machen.

Im Anschluss an den Film wird es ein Gespräch mit Tina Bara geben.

HARRIET paints a portrait of a defiant woman who suffered severe reprisals in the GDR—reprisals that are among the darkest chapters in the country’s 40-year history of socialism.

The starting point for the conversations between the filmmaker/photographer and Harriet are the so-called “Tripperburgen,” which were established in all major cities across the country beginning in the 1960s. These were venereal disease wards in state-run health facilities where young girls suspected of having sexually transmitted diseases were forcibly admitted for a set period, confined for several weeks, and subjected to compulsory treatment. Only 30% of the individuals were found to have a confirmed diagnosis—which, in principle, did not justify the abusive mistreatment to which all the girls and women were subjected. In reality, the aim was to intimidate, punish, discipline, and subjugate young women who did not fit the socialist ideal of humanity.

Harriet is also among the women whose lives were traumatically shaped by this experience. (Original German version)