The Return of »Ba(a)d Schandau Express« | AG. Geige vs. A.E. Bizottság
Projekt: Subkulturhauptstadt Karl-Marx-Stadt

Konzert @ naTo Saal Sa 07.11 20:00 Einlass: 19:30 Tickets kaufenconfirmation_number

»Ba(a)d Schandau Express«, das zwei »Art Pop Tribute«-EPs auf Edition Iron Curtain Radio und diverse Videos ergab, war Teil des EU-Projekts »TV Free Europe« und verband konzeptionell die über das Jugendradio DT64 populär gewordene Absurd-Elektro-Avant-Pop-Künstlergruppe AG. Geige (1985 - 1993) aus Karl-Marx-Stadt mit der ebenso skurril agierenden wie einflussreichen Kunst-Post-Punk-Band A.E. Bizottság (1980 - 1986) aus Szentendre in wechselseitigen Versionen. Jüngere ungarische Elektronik-Produzenten arrangierten die ins Ungarische übertragenen AG. Geige-Stücke und deutsche Produzenten das ebenfalls übersetzte Material von A.E. Bizottság, jeweils unter Einbindung von Original-Mitgliedern beider Gruppen.

Für »Subkulturhauptstadt Karl-Marx-Stadt« wird das Projekt noch einmal kurz vorgestellt und danach performen mehrere involvierte Acts. Den Anfang machen die Leipziger LEN8 featuring Underwater Agents mit einer Sounds´n´Poetry-Collage, die auf Texte beider Gruppen zugreift, aber auch die auf Platte verbreitete Annäherung des Ex-DDR-Underground-Dichters Bert Papenfuß an den Neo-Dadaismus der Ungarn einspeist.

Danach folgt die Budapester Produzentin Rozi Máko, auf den EPs sowohl solo als auch mit dem Techno-Project Committee, ansonsten aber vor allem einer der agilsten wie innovativsten Acts der dortigen Szene, wobei sie zuletzt auch oft Sounds für Theater- und Tanz-Inszenierungen im nahen Wien lieferte, aber auch live mit Kokó performte, der weiblichen Bizottság-Stimme.

Den krönenden Abschluss bildet Olaf Bender, ab 1989 bei der AG. Geige, der als Byetone einer der wichtigsten Acts des von ihm geführten Labels Rastermusik ist, das lange im Verbund mit Carsten Nicolai als Raster-Noton ganz vorn in der Wahrnehmung experimenteller Elektronik stand.

Ein sicher unterhaltsamer Abend der avancierten Ost-Ost-Electronica - ohne Nostalgie, ganz im vibrierenden Sound des Hier&Jetzt, aber mit subkultur-historischen Fußnoten.

Eintritt: 12,- / 10,- (VVK: 10,- / 8,- zzgl. Gebühren)