Von Zeit zu Zeit Header James McNeill Whistler, Railway Station, Voves, 1887. © Public Domain. Abbildung: National Gallery of Art, Washington.

Von Zeit zu Zeit

Ein soziokulturelles Beteiligungsprojekt des naTo e.V.

In einer beschleunigten Welt ist Zeit ein kostbares Gut. Doch je knapper sie wird, desto mehr verlieren wir sie aus dem Blick. Die Vermischung von Arbeitszeit und Freizeit, sich überschlagende Weltereignisse, mediale Dauerbeschallung und der permanente Druck von Fristen, Deadlines und Terminen führen dazu, dass wir die Zeit als solche häufig gar nicht mehr wahrnehmen.
Zumal manche nur noch sorgenvoll in die Zukunft blicken, während andere sich in eine vermeintlich bessere Vergangenheit flüchten. Doch für eine Auseinandersetzung mit dem kontinuierlichen „Jetzt“ unserer Gegenwart haben wir häufig schlicht – keine Zeit.

In unserem Projekt begeben wir uns diesen Herbst auf die Spuren der Zeit: lyrisch, grafisch, philosophisch und diskutierend.

Workshop Grafische Kunst

Das Projekt startet im September mit einer Grafik-Werstatt mit Schüler:innen des Eva-Schulze-Gymnasiums. Die Teilnehmer:innen nähern sich der eigentlich unsichtbaren Zeit auf der bildlichen Ebene und versuchen sie auf dem Papier einzufangen, anzuhalten und darzustellen.

Die Ergebnisse werden zum Ende des Projekts im Foyer der naTo präsentiert werden.

Vom Flüstern der Wolken | Statttheater

Projekthighlight im Oktober ist das Theaterstück »Vom Flüstern der Wolken«. Das im Projekt entstandene Stück des Statttheaters feiert seine Premiere am 9.10. in der naTo.

Eine Bushaltestelle. Wartende. Der Bus kommt nicht. Einer dieser Wartenden hat einen Hamsterkäfig dabei. »Vom Flüstern der Wolken« ist eine theatrale Reflexion über die Zeit, über das Warten und über Freiheit und Grenzen.

Die schauspielenden Patientinnen und Patienten vom Statttheater entwerfen ganz im Stile des Absurden Theaters, eine philosophische Parabel über das Warten und die Zeit. Dabei generalisiert das Stück mit theatral-komischen Mitteln eigene Patienten-Erfahrungen mit Zeit, Freiheit und Reflexionen über das Leben.

Das Statttheater, die Theater AG der Klinik für Forensische Psychiatrie des Städtischen Klinikum »St. Georg« Leipzig, feiert sein 20-jähriges Bestehen. In dieser Zeit sind über 30 verschiedene Inszenierungen mit über 100 Patientinnen und Patienten entstanden. Ein Großteil davon feierte in der naTo Premiere.

Weitere Informationen und Tickets zum Theaterstück findet ihr hier.

Zeitkapsel

Als Höhepunkt des Projektes ist die Installation einer Zeitkapsel im Projektgarten der naTo. Unter Beteiligung der Workshop-Teilnehmer:innen und Schüler:innen aus Leipzig, soll ein Archiv aus Nachrichten an die Zukunft erstellt und für 24 Jahre konserviert werden.

Die Installation der Zeitkapsel auf dem Gelände der naTo, soll die Dimension langer Zeiträume in einen sonst eher kurzlebigen Alltag integrieren. Die Teilnehmer*innen werden ermutigt, Briefe an ihr zukünftiges Ich zu schreiben und sich im gleichen Zuge mit ganz persönlichen Zukunftsvorstellungen zu befassen.

Wie wird die Welt im Jahr 2050 aussehen? Was wird sich verändert haben? Welche Wünsche, Hoffnungen und Unsicherheiten haben wir für unsere Zukunft?

Dieses Projekt wird gefördert durch das Kulturamt Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.